Diakonie Lübbecke

Aktuelle Informationen

22.07.2020

Flyer Familienberatung

23.07.2020

Hygieneerklärung

06.08.2020

Flyer Ess-Störung

05.11.2020

Datenschutzerklärung

Zu Hause gibt es derzeit mehr Konflikte

Die Familienberatungsstelle der Diakonie in Lübbecke macht Jugendlichen und deren Familien Gesprächsangebote – gerade jetzt in der Pandemie.

„Ich habe das Gefühl, dass ich es zuhause nicht mehr aushalte. Solche oder ähnliche Sätze bekommen die Berater und Beraterinnen der Familienberatungsstelle der Diakonie in Lübbecke momentan häufig von Jugendlichen zu hören. Ein Jahr Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen und sozialen Lebens treffen gerade Jugendlichen hart. Durch die Schließung der öffentlichen Räume, Sport- und Freizeitstätten fallen für sie Möglichkeiten weg, die bei der Identitätsbildung eine wichtige Rolle spielen.

In der Pubertät müssen Jugendliche verschiedene Entwicklungsaufgaben bewältigen. Sie suchen in dieser Phase nach Eigenständigkeit und Autonomie. Dabei geht es in erster Linie um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung“ erklärt Hans Werner Dielitzsch, Leiter der Familienberatungsstelle der Diakonie in Lübbecke. „Für Jugendliche ist einerseits der soziale Raum an sich von Bedeutung, andererseits ist es wichtig, dass die Jugendlichen unter sich sein können, Freiräume haben, um Gleichaltrige zu treffen und Erfahrungen ohne die Anwesenheit von Erwachsenen machen können“, sagt Dielitzsch.

In den Gesprächen mit den Jugendlichen bemerkt das Team der Beratungsstelle, wie die Einschränkungen ihre Wirkung zeigen. Das Leben dreht sich nur noch um die Schule und der Kontakt zu Gleichaltrigen findet vorwiegend im virtuellen Raum statt. „Offline-Erfahrungen“ wie Hobbys, Ehrenamt oder ganz Allgemein die Zeit mit Freunden sind aufgrund der Schutzverordnung nicht möglich. Corona bedeutet für viele Jugendliche, stärker an den häuslichen Raum und das Umfeld der Familie gebunden zu sein. Konflikte mit den Eltern sind altersgemäß programmiert und belasten für alle Beteiligten den Alltag, weiß der Familienberater aus Erfahrung. Wichtig sei hier für beide Seiten (Eltern und Jugendliche) ein gegenseitiges Verständnis für ihre Situation zu gewinnen, sich mit den jungen Menschen, ihren Sorgen aber auch ihren Ideen auszutauschen und sie so in ihrer Autonomie anzuerkennen und zu stärken.

„Wenn ich es schaffe gelassener zu reagieren, dann kann auch mein Kind anders reagieren“, ist eine Erkenntnis, die viele Eltern im Verlauf der Beratung erlangen und die beiden Seiten eine Perspektive gibt, wie sie mit dieser für alle schwierigen Situation umgehen können, erläutert Dielitzsch.

Wenn sich Kinder oder Jugendliche stark zurückziehen oder wenn sie selbst Belastungen äußern, dann finden Eltern, Kinder und auch Jugendliche ohne Begleitung ihrer Eltern Hilfe bei der Familienberatungsstelle der Diakonie in Lübbecke, Telefon 05741/ 9559.