Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

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Lutz Schäfer: Gute Berufliche Perspektive in der Altenpflege

 

Lübbecke. Die Neue Umschau hat sich mit dem Leiter des Evangelischen Alten- und Pflegeheimes in Lübbecke, Lutz Schäfer (Bild) über die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Pflege unterhalten.

NU: Pflege ist derzeitig in aller Munde und in allen Medien präsent. Wie steht es mit Aus-
bildungen im Bereich der Pflege?

Lutz Schäfer: Ja, wir bekommen derzeitig eine Menge öffentliche Aufmerksamkeit. Vieles ist jedoch nur oberflächlich. Wir benötigen in der Zukunft mehr Fachkräfte. Aber das heißt noch nicht, dass es den oft beschriebenen Pflegenotstand gibt. Somit sind die  Ausbildungsmöglichkeiten in der Altenpflege gut, die Perspektiven hervorragend, die Bedingungen aber auch anspruchsvoll.

NU: Was bedeutet das für einen Ausbildungswilligen?

Lutz Schäfer: Das heißt, dass jemand ein ordentliches Ergebnis der Klasse zehn nachweisen muss. Ein Hauptschulabschluss berechtigt nicht die Aufnahme einer Pflegeausbildung. Die Anforderungen an die Pflege in Pflegeheimen und in der ambulanten Pflege steigen kontinuierlich. Das lebenslange Lernen ist somit kein Schlagwort, sondern reale Praxis. Der Umgang mit medizinischen Angaben und Ergebnissen ist ebenso selbstverständlich wie die Beschäftigung mit geschichtlichen Hintergründen im Rahmen der Biographiearbeit. Mathematische Kenntnisse sind notwendig für Desinfektionslösungen und in der Anwendung von Berechnungsformeln. Doch die größte Bedeutung haben die sozialen Kompetenzen.

NU: Was heißt das konkret?

Lutz Schäfer: Wer Menschen begleiten, pflegen und betreuen möchte, muss selbstverständlich Menschen mögen. Er muss sich im Umgang mit Teamkollegen beweisen, Nähe zu Pflegebedürftigen zulassen können, mit verschiedenen Professionen kommunizieren und seine Persönlichkeit dabei nicht vernachlässigen.

NU: Zu einem Beruf, den ich ein Leben lang ausüben möchte, gehört eine Perspektive. Was bietet da die Altenpflege?

Lutz Schäfer: In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Pflege weit entwickelt. Heute ist die Akademisierung eine Selbstverständlichkeit. Das war jedoch nicht immer so. Für Altenpflegerinnen und Altenpfleger bedeutet das, dass sie in der Altenpflege in unterschiedlichster Position und Verantwortung arbeiten können. Weiterbildungen für Qualitätsmanagement, Fachausbildungen wie der Fachkraft für Gerontopsychatrie, eine Mentorenausbildung oder aber die Weiterentwicklung zur Führungsperson sind nur wenige Beispiele für bestehende Entwicklungsmöglichkeiten. Diese können berufsbegleitend oder in einer Präsenzausbildung genutzt werden. Zugleich besteht die Möglichkeit, ein Studium der Pflegewissenschaften zu ergreifen.

NU: Wie sehen die Perspektiven aus?

Lutz Schäfer: Aufgrund der demographischen Entwicklung sehen wir eine Verdoppelung der pflegebedürftigen Menschen in den nächsten 40 Jahren voraus. Um diese Aufgabe zu schultern werden gut ausgebildete Menschen in der Vorbeugung, Beratung und der Pflege benötigt. In allen Bereichen werden Fachpflegekräfte benötigt. Das Angebot der Stellen wird zahlreich und vielfältig aussehen.

NU: Junge Menschen denken natürlich auch an die wirtschaftliche Seite eines Berufes. Welche Verdienstmöglichkeiten gibt es? Wie sehen familienfreundliche Einsatzmöglichkeiten in der Altenpflege aus?

Lutz Schäfer: Der Verdienst in der Ausbildung orientiert sich an anderen Ausbildungen in der Industrie und befindet sich im oberen Mittelfeld. Der anschließende Lohn ist von vielen Faktoren abhängig. Wir als Diakonie sind beispielsweise tarifgebunden und damit sehr transparent und berechenbar. Und mit einer Verbesserung einer Qualifikation geht in der Regel eine Verbesserung des Verdienstes einher. Für Arbeitszeiten an Wochenenden und für Nachtstunden bekommen unsere Mitarbeiter Zuschläge. Die Arbeitszeiten sind veränderbar. So arbeiten manche Mütter ausschließlich in der Nacht. Zudem gibt es nur wenige Arbeitsfelder, die eine solch flexible Teilzeitlösung anbieten wie die Altenpflege.

NU: Ist Altenpflege noch immer ein weiblicher Beruf?

Lutz Schäfer: In der Tat gibt es noch weit mehr Frauen in diesem Bereich. Doch die Grenzen verschwimmen. Ohne Zweifel steigt der Anteil von Männern in den letzten Jahren insgesamt stark an.

Siehe dazu auch die Vorstellung des neuen Auszubildenden



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