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Vom 15. September an, jeweils dann an jedem zweiten Donnerstag im Monat, bietet die Familienberatungsstelle der Diakonie in der Pfarrstr. 5 in Lübbecke in Zusammenarbeit
mit dem Netzwerk Essstörungen für den Kreis Minden Lübbecke ,eine Gruppe für 11 bis 18-Jährige mit einer Essstörung, an.

Worum es dabei geht, das erläuterte in einem Gespräch Christiane Heinrich, Kinder-und- Jugendlichenpsychotherapeutin, vom Team der Beratungsstelle.
Wieso hat die Familienberatungsstelle dieses neue Angebot entwickelt, das sich an betroffene im ganzen Kreis Minden-Lübbecke wendet?
Christiane Heinrich: Für betroffene Kinder und Jugendliche gab es bisher noch keine Gruppe im Kreis Minden Lübbecke, die jetzt erstmalig bei uns startet. Was sich im Kontakt mit Familien zeigt, in denen ein Kind unter einer Essstörung, wie z. B. Anorexia, Bulimie oder Adipositas leidet, ist eine grosse Hilflosigkeit und verdeckte Wut. Eltern fühlen sich oft ratlos dem eigenen Kind gegenüber und fühlen sich von der magersüchtigen oder bulimimischen Tochter kaltgestellt, weil es weder auf Druck, noch auf gutes Zureden reagiert. Die meisten Eltern können die so abwehrend agierenden Tochter, die vorher so angepasst war, nicht mehr verstehen und geraten so in eine schwierige Rolle.
In der Sozialisation von Mädchen, die ja immer noch am häufigsten von dem Thema Esstörungen betroffen sind, herrscht ein hoher Anpassungssdruck und Leistungsdruck. Das Streben nach Schönheit, Schlankheit und Erfolg ist häufig etwas über das Anerkennung angestrebt wird.
Wann sollten Eltern reagieren?
Mädchen mit einer Essstörung sind oft zu Beginn einer Behandlung nicht für eine Behandlung motiviert. Eltern sollten sich davon nicht abschrecken lassen und deutlich machen, dass sie sich nicht länger durch Schuldgefühle davon abhalten lassen, Hilfe anzunehmen und den ersten Schritt tun, Unterstützung in dieser festgefahrenen Situation anzunehmen.
Was ist die Chance einer Gruppe ?
Die meisten Jugendlichen mit Essstörungen sind mit ihrem Problem allein . schon die Möglichkeit, anderen zu begegnen, denen es ähnlich geht, hat entlastenden Charakter. Bisher waren es meist die Eltern, deren Kontrolle sich das Kind zu entziehen versucht. Mit Jugendlichen sprechen Jugendliche direkter. Der Effekt einer Gruppe besteht darin, mutiger in der Anerkennung des eigenen Problems zu werden und motivierter, etwas zu ändern.
Auf welche Erfahrungen greift die Beratungsstelle zurück?
Familien, in denen Kinder und Jugendliche Essstörungen entwickelt haben, werden von uns durch familientherapeutische Angebote und Einzeltherapie begleitet. Bei der Lösung der ausgelösten und der zugrunde liegenden Konflikte , die häufig lieber unter den Teppich gekehrt werden, bis man einer eines Tages darüber stolpert, ist es spannend zu erleben, wie selbst die Anerkennung des Problems schon etwas in Bewegung bringt.
Frau Huchzer, die unsere Gruppe leitet, bringt jahrelange Erfahrungen einer Gruppenarbeit aus einer Klinik für Essstörungen mit ein.
Ab wann reicht Gruppenarbeit nicht mehr aus?
Die Gruppe ist ein besonderer Baustein in dem Angebot unserer Beratungsstelle. Uns ist es wichtig, mit den Eltern zusammenzuarbeiten und bei Bedarf auch in eine der mögliche Therapieformen überzuleiten. Die Kommunikation zwischen Frau Huchzer und dem Team der Beratungsstelle wird deshalb besondere Bedeutung zukommen .
Wie erreiche ich die Gruppe?
Über unser Telefon. 05741/ 9559 oder E-Mail: familienberatungsstelle@diediakonie.de